Tag 18 ff.: Leben ohne Spiegel – „Kirmes, Kirmes, Kirmes ist heut‘ …“

Ich hatte in den letzten Tagen Fieber. Dabei war ich ziemlich gesund. Der Grund: Im Mihla war Kirmes. Das Kirmesfieber hat mich wieder mal gepackt. Ob mit oder ohne Spiegel …

Kirmes in Mihla 2013

Ich bin aufgewachsen in Mihla, einem kleinen Ort in Thüringen. Dort wird jedes Jahr ein Fest namens Kirmes gefeiert. Klar, Kirmes, das Wort hat jeder schon mal gehört. In Franken sagt man Kerwa, Kilwi in Südbaden und Kerb zum Beispiel im Saarland. Aber je nach Region versteht man darunter etwas anderes. Ich finde ja, die Kirmesfeste in Westthüringen sind noch mal eine Nummer für sich.

In Mihla wird jedenfalls meist am zweiten und dritten Wochenende im Oktober Kirmes gefeiert. Für viele im Ort heißt das: Ausnahmezustand. Kirmes ist für viele Mihlaer eine Art fünfte Jahreszeit – so wie für die Münchner das Oktoberfest oder die Offenburger die Fasent. An vier Abenden ist Tanz, es geht zum Frühschoppen in den Nachbarort und es werden Reden gehalten, die das Ortsgeschehen des letzten Jahres zusammen fassen. Gefühlt ist der ganze Ort ist auf den Beinen.

Hartes Training

Was das alles mit dem Spiegel-Verzicht zu tun hat? Naja, Basti und ich sind halt immer noch Kirmesfans, das Fieber packt uns immer wieder. Deshalb fahren wir immer zur Kirmes nach Hause. Auch dieses Jahr haben wir wieder kräftig mitgefeiert: Wir waren am Samstag, Sonntag und Montag unterwegs und haben fast jeden Programmpunkt mitgenommen (für Basti gilt: JEDEN!). Jedenfalls: Abends machen sich alle schick für den Tanz – und ich lebe gerade ohne Spiegel … Noch dazu war ich beim Friseur, habe aber keine Ahnung, wie ich aussehe. Wahrscheinlich dachtet ihr, die Nummer mit dem Friseur war schon hart? Also ehrlich gesagt war vor allem die Kombi von Kirmes UND Friseuraktion erst ein wirklich hartes Training für meinen Mutmuskel. Das Interessante: Ich bin jeden Abend entspannter geworden. Klar, Witze wie „Hey, dein linkes Auge ist grün, dein rechtes blau“ sind jetzt nach dem fünften Mal nicht nicht mehr so der Kracher. 😀 Aber ich habe es mit Humor genommen. Schließlich war Kirmes! Gute Laune stellt sich da von allein ein.

Ich habe auch mit einigen Leuten über meinen Blog gesprochen. Die Reaktionen waren überwiegend positiv, was mich natürlich freut. Nur manche haben mich gefragt, warum in Gottes Namen ich das alles auf mich nehme. Ich sage: „für meinen Blog.“ Aber viele sind sich halt immer noch nicht so sicher, was genau ein Blog ist … (Falls ihr euch das auch fragt, obwohl ihr wisst, was ein Blog ist: Über mich). 😀

Kirmes feiern ohne Spiegel? Beste Idee ever!

Eine Frage wurde mir nach dem Frisörbesuch auch oft gestellt: „Weißt du wirklich nicht, wie du aussiehst?“ Meine Antwort: Jein. Ich kann ja mit den Händen ertasten, dass meine Haaren hinten ziemlich kurz sind. Und ich habe beschlossen, Bilder zu machen, damit ich euch bei 21 DW auch was zeigen kann. In dem Moment, wo sie geschossen wurden, habe ich sie mir nicht angeschaut, sondern erst später, als ich den letzten Blogpost geschrieben habe. Mir ist heute aufgefallen: Ich hätte ja auch ohne Bilder bloggen und die Fotos erst nach der Challenge zeigen können. Aber auf die Idee bin ich vorher irgendwie nicht gekommen. Naja, so habe ich euch zumindest nicht ganz so lange auf die Folter gespannt. 🙂

Ich finde, insgesamt habe ich so den Verzicht mal wieder ziemlich straff durchgezogen. Wenn mein Gesicht sich doch mal in einer Autoscheibe oder so gespiegelt hat, dann habe ich sofort weggeschaut. Mit jedem Tag fiel es mir leichter. Am ersten und zweiten Kirmesabend hatte ich z.B. noch meine Helfer – Danke an Alex und Elisabeth für das Kirmesstyling! Aber am dritten habe ich mich dann einfach selbst fertig gemacht. Nach dem Motto: Haare und Make-up ohne Spiegel – wird schon schief gehen! In den vergangenen Jahren hat es mich schon ein bisschen genervt, falls meine Frise zur Kirmes nicht so perfekt saß, wie ich es mir gewünscht habe. All das fiel jetzt komplett weg. Das war mal wieder eine Überraschung für mich: Kirmes feiern ohne Spiegel? Beste Idee ever! So konnte ich mich auf das Wesentliche konzentrieren: mein Fieber, den Spaß und die Leute, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte.

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2 Gedanken zu „Tag 18 ff.: Leben ohne Spiegel – „Kirmes, Kirmes, Kirmes ist heut‘ …“

  1. Hey,

    hab deinen Blog über Ichkaufnix entdeckt und gerade komplett gelesen! 😀 =) Find die Idee 21 Tage etwas ganz anders zu machen total super! Und deine Berichte sind interessant und amüsant – ganz großes Lob! =) =) =)

    Liebe Grüße

    die Smileykiste

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