Nach dem Verzicht auf tierische Produkte: FAQ

In den letzten Wochen hatten Basti und ich in Offenburg oft Besuch von Verwandten und Familie. Natürlich kamen da auch viele Fragen zu meinen neuen, veganen Essgewohnheiten auf …

Vegan, Verzicht, Mailand

Mit Basti in Mailand: Wir hatten Spaß. Nur die italienische Salami und das Eis hat längst nicht so toll geschmeckt wie ich es mir vorgestellt hatte. (Foto: Alexandra Franz).

Jaa, Leute, ihr habt recht: Ich muss bald mal ein neues Experiment starten. Nachdem ich vor ca. einem Monat einen großen Rappel bekommen, ein Logo für 21 DW gebaut und den ganzen Blog umgestaltet habe, geht es auch bald wieder los. Viele sprechen mich aber auch immer noch auf meine veganen 21 Tage an. Und meine Familie kann immer noch nicht glauben, dass ich das jetzt so durchziehe – immerhin war ich Pfingsten (der letzte Heimatbesuch…) noch ein überzeugter Joghurt- und Schinkenvernichter. Um die Vegan-Kiste nun abzuschließen, hier mal zusammengefasst alle Fragen, die ich so in der letzten Zeit beantwortet habe:

1. Machst du das jetzt wirklich? Oder war das nur für deinen Bericht?

Ja, ich mache das jetzt wirklich weiter! Ich habe lange darüber gegrübelt. Vor allem im Juli, als ich mit Basti eine Woche im Italien-Urlaub war. Vorher stand für mich fest: Ich will mich entspannen, abends oft essen gehen und meine vegane Ernährung nicht zwingend weiter durchziehen. So habe ich auch einmal ein Milcheis gegessen und ein Stück italienische Salami und Morzarella probiert. Und festgestellt: In meiner Erinnerung hat das viiiel besser geschmeckt. Lohnt es sich dafür, alle anderen Vorteile aufzugeben? Die Bilanz nach dem Urlaub: Nö, nicht wirklich. Deshalb esse ich auch weiterhin vegan. Aber ich flippe jetzt auch nicht aus, wenn ich eine vegane Pizza bestelle und der Pizzabäcker doch aus Versehen und aus Gewohnheit eine kleine Ecke der Pizza mit Käse bestreut hat. Doch das bleibt die Ausnahme.

2. Hattest Du schlechte Laune, weil Du auf soviel verzichten musstest? Warst Du leichter reizbar?

Also wenn ihr mich fragt: niemals! Wenn ihr Basti fragt: Jaaa, „etwas“. Aber mal im Ernst: Vor allem die erste Woche war echt hart. Da schlug mir so viel entgegen: Was kann ich eigentlich noch essen? Wieso gucken mich alle so entsetzt an, wenn ich frage, ob dieses oder jedes vegan ist? Und warum habe ich Bauchschmerzen? War das überhaupt eine gute Idee? Nach ungefähr 10 Tagen erledigten sich die Probleme und ich entdeckte immer neue, tolle Produkte, die ich essen kann. Seitdem fühle ich mich sauwohl mit meinem veganen Essen.

3. Ist es eigentlich teurer, vegan zu leben? Hast du einen Unterschied bemerkt?

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Mein erster veganer Einkauf im Bioladen: Da hatte ich ganz schnell mal 36 Euro ausgegeben.

Nach dem ersten Einkauf habe ich gedacht, dass ich bettelarm werde (vgl. Post von Tag 1). Aber einige der Produkte habe ich bis jetzt nicht aufgebraucht. Wenn man also einmal ausgerüstet ist mit der „Grundausstattung“, dann kommt man damit ziemlich weit. Ich finde, am Ende gleich es sich aus: Ich kaufe keinen Käse, keine Wurst und kein Fleisch mehr, dafür aber Tofu, Gemüseaufstrich von Alnatura und Sojamilch. Allerdings kaufe ich nicht immer alles Bio. Dann wird es natürlich teurer – egal, ob man nun Fleischesser oder Veganer ist.

4. Hast du nicht ab und zu mal „Rückfall-Fantasien“, vermisst du beispielsweise nicht manchmal ein Stück Fleisch, Wurst oder Käse?

In der ersten veganen Woche habe ich mal nachts von Pizza geträumt. Aber eher, weil ich sie gegessen habe und es dann bereut habe. Das war so ein Prüfungsangst-Traum: Ich hatte Angst, dass ich es nicht schaffe. Aber seitdem schlafe ich ganz gut. Glaubt mir, soo toll ist Käse, Wurst und Fleisch auch wieder nicht – im Vergleich zu einem leckeren veganen Burger, der richtig satt macht. Oder lecker veganen Muffins. Oder oder oder.

5. Was „darfst“ du jetzt eigentlich noch essen?

Die Frage nervt mich ehrlich gesagt schon ein bisschen. Denn ich „darf“ ja noch alles essen. Aber ich WILL es nicht. Aber um die Frage trotzdem zu beantworten, hier mal ein typischer Speiseplan.

Frühstück: selbst gemischtes Müsli a la Attila Hildmann (Amaranth, Leinsamen, Haferflocken, Cranberries, ungesüßte Cornflakes) mit frischem Obst und Soja-/Reis-/Kokosmilch. Ich teste mich gerade immer noch durch alle möglichen Sorten und Marken von Kuh-Milch-Ersatz. Einige schmecken zum Sterben, andere sind echt lecker.

Selbst gemixte Saft-Schorle – Säfte sind nicht immer vegan – deshalb halte ich mich an diese Liste …

Mittags: Meistens gehe ich mit Kollegen in die Kantine und esse einen Salat. Das Dressing stelle ich mir selbst zusammen aus Essig, Öl, Pfeffer und Salz. Dazu von der Food-Bar ein paar Spaghetti mit Gemüse oder Kartoffeln, damit ich auch satt bin. Okay, bei den Beilagen bin ich nie sicher, ob sie nicht doch in Schweinefett gebraten wurden, aber das Risiko gehe ich ein.

Abends: Vollkornbrot und Bulette aus Tofu, wenn es schnell gehen muss. Ansonsten koche ich mit Basti z.B. vegane Tofu-Bolognese. Okay, meistens kocht Basti. Und ich konzentrie mich dann aufs Essen …

Hey, kann ich auch vegan leben, wenn ich kein toller Koch bin oder wird das dann zu kompliziert?

Jaa, auf jeden Fall. Ich kann echt überhaupt nicht kochen. Es gibt viele schnelle Sachen, die einfach zu kochen sind, z.B. Tofu-Burger oder vegane Bolognese. Und auch wenn es mich nervt: Frisch kochen ist halt auch gesund – es schadet nicht, sich damit zu befassen. Ich versuche es immer mal wieder.

Wo kaufst du eigentlich vegan ein?

Die meisten Sachen, also z.B. Tofu-Buletten und Soja-Milch, kaufen wir ganz normal im Supermarkt. Nur meinen Gemüse-Aufstrich von Alnatura und Amaranth hole ich im DM. Das passiert meist samstags, wenn ich ohnehin losziehe, um auf dem Offenburger Wochenmarkt Tofu bei Martin Bilger und frisches Obst und Gemüse zu kaufen.

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4 Gedanken zu „Nach dem Verzicht auf tierische Produkte: FAQ

  1. Liss'chen sagt:

    Ich habe meine Ernährung inzwischen auch zum Hauptteil auf Vegan umgestellt. Das mach ich inzwischen seit 2 Monaten. Zwischen durch hatte ich einen großen Rückfall. Ich war bekennender Fleisch-Fan und bin dann doch leider über ein Steak hergefallen … und siehe da (ähnlich wie bei dir) das hat noch nicht mal annähernd so gut geschmeckt wie ich dachte, seit dem ist Fleisch keine Versuchung mehr. Und auch den Satz „was darfst du denn noch essen“ oder „isst du wieder normal“ muss sich wohl jeder Veganer anhören, die meisten sind der Meinung, dass du dich als Veganer nur von Salat und Liebe ernähren würdest!
    Schön mal zu lesen das jemand auch solche Erfahrungen gemacht hat. Freu mich schon auf dein neues Experiment.
    LG Liss’chen

    PS: Das neue Logo ist echt wunder-wunder-schön !!!!!

    • berta0404 sagt:

      Stimmt, „isst du wieder normal?“ ist ein weiterer Klassiker. 😀 Ich freu mich übrigens riesig, dass dir das Logo gefällt. Ich hab ewig dafür gebraucht, weil ich echt nicht sooo der Grafik- und Photoshop-Experte bin …

  2. Mutti sagt:

    Also ich werde nächste Woche Deinen geliebten Pflaumenkuchen mitbringen. Bisher habe ich noch nicht so die Idee wie ich die Milch im Hefeteig ersetze, aber alles andere ist ohnehin schon vegan wenn man die Streusel nicht mit Butter macht. Wir dürfen gespannt sein auf das Ergebnis .Also bis Freitag
    LG Mutti

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