Tag 5: Mittagessen – ein Spießrutenlauf

Wie überlebe ich in einer Kleinstadt, in der es nicht an jeder Ecke Tofuburger gibt? Auf der Jagd nach einer veganen
Mahlzeit …

Mittagessen, vegan, Kleinstadt

Wassereis und Espresso: Das sind die einzigen Dinge, die ich in der Kantine bedenkenlos kaufen kann. Bei allem anderen muss ich nachfragen (Foto: Laura Büchele).

Bisher habe ich mich ja eher vor dem Kochen gedrückt, da es mir keinen Spaß macht. Das rächt sich jetzt: Weil ich keine Ahnung habe, ob zum Beispiel Frühlingsrollen mit Ei gemacht werden, gerät das Essen in der Burda-Kantine zum Spießrutenlauf. Immer wieder rennen die Frauen an der Essenausgabe in die Küche, um für mich nachzufragen, was in dem Gericht drinsteckt. Das ist echt nett von ihnen. Aber die Leute in der Schlange hinter mir sind meist EHER genervt. Ganz zu schweigen vom Koch. Gestern meinte er: Das weiß ich doch nicht, ob da Ei drin ist. Klasse. Mein Experiment kommt anscheinend bei Männern besonders gut an.

Andererseits überlege ich, wie es wohl den Menschen geht, die eine Allergie auf bestimmte Lebensmittel haben. In der Kantine essen – das fällt für sie schon mal flach. Es sei denn, man hat Spaß daran, böse Blicke zu ernten und an den Tisch zu kommen, wenn alle Kollegen schon fertig gegessen haben.

 Vegetarier sind nicht immer nette Menschen

Um genau dieser Situation aus dem Weg zu gehen, habe ich am Dienstag meine Kolleginnen Laura und Tamara dazu überredet, in der Mittagspause mal in die Stadt zu gehen. Unser Ziel: das Gälriwli, laut Werbeschild ein „vegetarisches Vollwertrestaurant“. Leider gab es auch dort für mich nur ein Gericht: Linsensuppe. Nach zwei Tagen Kidney-Bohnen wollte ich eigentlich mal eine Hülsenfrüchte-Pause einlegen. Eigentlich. Nun hatte ich aber keine Chance. Ich hatte Hunger und musste dringend was essen.

Hinzu kam, dass Laura und Tamara ziemlich schnell genervt waren vom Gälriwli: Wir haben zweimal versucht, uns an einen Tisch zu setzen und jedes Mal wurden wir vertrieben. Merke: Leute, die sich vegetarisch ernähren, sind nicht automatisch nette Menschen. Außerdem bezahlte Laura für einen Mini-Teller Nudeln mit Philadelphia-Soße vier Euro. In einem normalen Restaurant sicher ein guter Preis. Aber das Gälriwli ist kein Restaurant, sondern eher eine Kantine mit Selbstbedienung. Mein Fazit: Ehrlich gesagt habe ich mehr erwartet. Aber vielleicht haben wir auch nur einen schlechten Tag erwischt.

Mein bisheriges Fazit zum Thema Mittagessen: Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mir mein Mittagessen mitzubringen. Ich muss vorkochen – ob ich will oder nicht …

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